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Ausbildung (BiVO 2023)

Die nachfolgenden Ausführungen beziehen sich auf die KV-Ausbildung gemäss Bildungsverordnung 2023 (BiVO 2023), d.h. für Lernende mit Lehrbeginn ab 1.8.2023.

Eine kaufmännische Lehre in einem bernischen oder aargauischen Notariat öffnet jungen Menschen die Türen zu einem vielfältigen und interessanten Berufsalltag als Notariatsangestellte/r.

Die Ausbildung setzt sich zusammen aus einem betrieblichen und einem schulischen Teil und findet auf drei sog. Lernorte verteilt statt: im Lehrbetrieb (Lernort Betrieb), in den überbetrieblichen Kursen (Lernort ÜK) und in der Berufsschule (Lernort Berufsschule).

Die Branche Notariate Schweiz bietet auf Stufe EBA (eidg. Berufsattest) keine Lehrverhältnisse an, die Ausbildung kann ausschliesslich auf Stufe EFZ (eidg. Fähigkeitszeugnis) erfolgen.

Lernende

Lernort Berufsschule

Der schulische Teil umfasst den Besuch des Unterrichts an der kaufmännischen Berufsschule. An der Berufsschule wird Grundlagen- und Anwendungswissen vermittelt, wobei der Unterricht nicht mehr fächer-, sondern ebenfalls handlungskompetenzorientiert vermittelt wird. Die Handlungskomptenzbereiche ergeben sich aus dem Qualifikationsprofil der BiVO 2023:

  • HKB A Handeln in agilen Arbeits- und Organisationsformen

  • HKB B Interagieren in einem vernetzten Arbeitsumfeld

  • HKB C Koordinieren von unternehmerischen Arbeitsprozessen

  • HKB D Gestalten von Kunden- oder Lieferantenbeziehungen

  • HKB E Einsetzen von Technologien der digitalen Arbeitswelt

Die früher bekannten Schulprofile (Profil B, Profil E, Profil M) wurden abgeschafft. Weiterhin möglich ist auch unter der BiVO 2023 der Abschluss der Lehre mit Berufsmatura.

Fremdsprachen
Kaufleute EFZ vertiefen im Rahmen ihrer Ausbildung zwei Fremdsprachen. Im Kanton Bern ist Französisch als erste Fremdsprache in die Handlungskompetenzbereiche integriert. Die zweite Fremdsprache Englisch wird im Rahmen der Wahlpflichtbereiche unterrichtet.

Im Kanton Aargau ist Englisch als erste Fremdsprache in die Handlungskompetenzbereiche integriert, und Französisch wird als zweite Fremdsprache im Rahmen der Wahlpflichtbereiche unterrichtet.

Wahlpflichtbereiche
Die Wahlpflichtbereiche tragen den persönlichen Voraussetzungen und Interessen der Lernenden Rechnung und werden im 1. und 2. Lehrjahr unterrichtet.

Optionen
Im 3. Lehrjahr werden in Absprache mit dem Lehrbetrieb einzelne Handlungskompetenzbereiche vertieft.

Zum Leitfaden Auswahl Wahlpflichtbereich
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Lernort Betrieb

Die Ausbildung im Betrieb umfasst hauptsächlich das Lernen am Arbeitsplatz, die praktische Umsetzung des Gelernten sowie dessen Auswertung unter entsprechender Anleitung und Betreuung. Die überbetrieblichen Kurse (ÜK) unterstützen den Lernerfolg, indem sie grundlegende und branchenspezifische Kompetenzen vermitteln.

Im Betrieb entwickeln die Lernenden während der drei Lehrjahre die verschiedenen Handlungskompetenzen, die im Qualifikationsprofil definiert sind. Die BerufsbildnerInnen setzen die Lernenden in der täglichen Arbeit so ein, dass die Kompetenzen so praxisnah wie möglich erworben werden können. Der Entwicklungsfortschritt wird anhand von sog. Praxisaufträgen (PA) beurteilt und dokumentiert. Die Praxisaufträge sind gemäss Ausbildungsprogramm den unterschiedlichen Semestern zugeordnet und stehen den Lehrbetrieben in der Branche Notariate Schweiz als Vorlagen in der Lernplattform time2learn zur Verfügung. Zu jedem Praxisauftrag erfolgt dort jeweils eine Einschätzung der Kompetenzen durch die BerufsbilderInnen und auch eine Selbsteinschätzung durch die Lernenden selbst. Pro Semester werden in der Branche Notariate Schweiz i.d.R. vier Praxisaufträge durchgeführt, wobei zwei kleinere Praxisaufträge branchenneutrale Themen mit allgemeinen kaufmännischen Kompetenzen abdecken und zwei umfangreichere Praxisaufträge branchenspezifische Themen zum Inhalt haben.

Die BerufsbildnerInnen führen am Ende des Semesters mit dem/der Lernenden ein Gespräch und beurteilen die Kompetenzentwicklung nach den folgenden Kriterien:

•             Erreichte Handlungskompetenzen

•             Stärken und Schwächen reflektieren

•             Erkenntnisse ableiten

•             Motivation und Eigenmotivation zeigen

•             Aktive interne und externe Zusammenarbeit

Das Beurteilungsgespräch wird mit einer Semesternote abgeschlossen, sodass am Ende der Ausbildung 6 betriebliche Semesternoten als Erfahrungsnoten für das Qualifikationsverfahren (QV) zur Verfügung stehen. Am Ende der Ausbildung sollen alle 24 Praxisaufträge mindestens einmal durchgeführt sein. Die Vertiefung im dritten Lehrjahr erfolgt im Rahmen von einer Vertiefung der Praxisaufträge in den Themenbereichen Ehegüter- und Erbrecht (PA 17 und PA 18) oder mit Praxisaufträgen aus den Optionen Finanzen oder Technologie.

Lernort ÜK

Die überbetrieblichen Kurse sind ein wichtiges Element der kaufmännischen Grundbildung. Sie dienen der betriebsübergreifenden Vermittlung von allgemeinen und branchentypischen Kompetenzen und Fertigkeiten.

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Lehrmittel

Als Lehrmittel für die überbetrieblichen Kurse dient der Branchenkundeordner des Verbandes bernischer Notare.

 

Die Unterlagen können unter folgender Adresse bestellt werden:

Verband bernischer Notare
Geschäftsstelle
Zieglerstrasse 29
3007 Bern

info@bernernotar.ch  

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